Dr.Acula

Halt mal kurz...

Extrem viel Spaß machte es auch heute die leckeren acht Stunden im Dunst schmorenden Bauchfetts beleibter Menschen, die zur Belohnung dann noch einen Gallenstein haben. Naja immerhin lässt man die Amöbe am Ende ab und an zunähen, zumindest so lange bis die Wundheilung einen einholt oder der Anästhesist einfach ausleitet. Die extrem relaxte Atmosphäre, die eintritt, sobald der Imperator (ungeübte nennen ihn auch "Chef" oder so) den Raum betritt, berührt einen wie der Regentropfen im Nacken an einem Wintermorgen. "Und, fertig?" Er schaut fragend über das blaue OP-Tuch auf den frisch eröffneten Bauch und anschließend fragend in die Runde. Schön wärs, wir haben eigentlich gerade erst angefangen, denke ich. Dabei habe ich den Eindruck, bald unweigerlich unter Plattfüßen zu leiden und eventuell eine Hirnorthese zu brauchen, wenn ich weiterhin hier nur was halte. Auch wenn das auch nicht so leicht ist wie man denkt: "mal genau so!" werde ich vom OA angewiesen. Ohja unbedingt, Wasserkästen trage ich auch am liebsten nur mit den kleinen Fingern und überstreckten Armen. Da wünscht man sich doch fast das Studentenleben zurück. "Zwischen den OPs können Sie ruhig mal auf Station schauen was sonst noch so anfällt!" weist mich die OÄ in der Umkleide vor dem OP an. Genervt steige ich in den Aufzug, fahre in die vierte Etage und frage ob es noch was zu tun gibt. Das schon, aber nicht für mich. Auf dem Rückweg klingelt schon mein Telefon. OP Saal 4: "Attacke, kannst kommen...."

1 Kommentar 10.7.17 20:56, kommentieren

Ich bin fast Arsch äh...Arzt!

Die erste Woche Einarbeitung in der Chirurgie ist um. Als Mediziner durchläuft man in seinem letzten Studienjahr die Innere, dir Chirurgie und ein frei gewähltes Fach. Aus der Reihe fällt meist nur Chirurgie, denn da ist alles so völlig anders als sonst... Man macht sich allein schon beim Atmen mal eben unsteril, das Klima ist eher Modell Vier-Sterne-Kühlfach und die Hierarchie schlimmer als in jeder Herde. Als Student ist man quasi die Amöbe in der Rangordnung, das Beutetier. Immer auf der Flucht, stets vorm Chef duckend in der Hoffnung endlich das Unsichtbarsein zu perfektionieren, während sich alle um einen herum mehr oder weniger gleich unbehaglich fühlen. Mögen die Spiele beginnen...

9.7.17 22:14, kommentieren